Symposium: 10 Jahre Versicherungsmathematische Funktion (VMF)

Von der Pflicht zur Kür
Zielsetzung
Die Versicherungsmathematische Funktion hat in den letzten zehn Jahren geliefert. Regulatorische Anforderungen wurden umgesetzt, Modelle und Prozesse etabliert und Governance-Strukturen aufgebaut. Das Symposium greift diese Entwicklung bewusst auf und beleuchtet, wie sich die VMF seit ihrer regulatorischen Verankerung fachlich, organisatorisch und methodisch entwickelt hat.
Und genau an diesem Punkt setzt das Symposium an: Wie können die in den vergangenen Jahren entwickelten Berechnungstools, Modelle und das damit aufgebaute aktuariell-methodische Know-how gezielt für eine wertorientierte Unternehmenssteuerung genutzt werden? Im Spannungsfeld von Solvency-II-Review, steigender Komplexität und wachsenden Erwartungen des Managements geht es um mehr als die Erfüllung regulatorischer Pflichten – es geht um Einfluss, Wirksamkeit und strategische Relevanz der VMF. Hochkarätige Vortragende aus Praxis, Beratung und Branchenvertreter sowie eine Podiumsdiskussion mit Finanz- und Risikovorständen führender Versicherungsunternehmen beleuchten diese Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven und machen das Symposium zu einer zentralen Plattform für den Austausch zwischen aktuarieller Fachkompetenz und Managementverantwortung.
Zielgruppe
Das Symposium richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die verstehen wollen, wie sich Rolle, Verantwortung und Einfluss der Versicherungsmathematischen Funktion in den kommenden Jahren verändern werden – und welche Erwartungen Aufsicht, Management und Prüfung künftig an die VMF stellen:
- VMF-Verantwortliche und angehende Funktionsinhaber:innen
- Versicherungsmathematiker:innen und Aktuar:innen, die ihre Rolle über die reine Modellierung hinaus weiterentwickeln möchten
- Risikomanager:innen und Steuerungsverantwortliche an den Schnittstellen von Risiko, Bewertung und Strategie
- Expert:innen aus Governance-Funktionen
- Vertreter:innen der Aufsicht
- Wirtschaftsprüfer:innen mit Schwerpunkt auf aktuariellen Fragestellungen
Vortragende: Rainer Kaufmann, Gregor Pilgram, Hans Kronthaler, Ulrike Ebner, Werner Eglseer, Andreas Hell
Fachdiskussion: Werner Matula, Liane Hirner, Kurt Svoboda, Robert Wasner
Ort: KPMG Dachgeschoss, Porzellangasse 51, 1090 Wien
Art der Veranstaltung: Präsenzveranstaltung
Preis: 560€ / 510€ für AVÖ-Mitglieder
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| Veranstaltung: | Symposium: 10 Jahre Versicherungsmathematische Funktion (VMF) |
|---|---|
| Datum: | 26. Mai, 08:30 - 17:00 |
| Seminargebühr: | €510 – €560 (AVÖ-Mitglied / Nicht-Mitglied) |
Inhalte & Zeitplan:
Moderation: Rainer Kaufmann, Senior Manager bei KPMG
08:30 – 09:00 | Ankommen, Networking und Frühstückskaffee
09:00 – 09:10 | Eröffnung und Begrüßung – Gregor Pilgram, Vorsitzender des Versicherungsverbandes Österreich (VVO) und Vorstandsvorsitzender bei der Generali Versicherung
09:10 – 10:30 | Keynote & Überblick – Hans Kronthaler (KPMG), Rainer Kaufmann (KPMG)
Die Versicherungsmathematische Funktion im Spannungsfeld von Aufsicht, Vorstand und Risiko – zehn Jahre regulierte Verantwortung
Inhaltliche Schwerpunkte:
- Entstehungsgeschichte und regulatorische Grundlagen der VMF
- Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Abgrenzung zum Verantwortlichen Aktuar
- Zusammenspiel mit Risikomanagement und weiteren Governance-Funktionen
- Rolle der VMF im Abschlussprozess
- Rolle der VMF im Produktentwicklungsprozess
- Aktuelle Herausforderungen und Ausblick (SII-Review, ESG)
10:30 – 11:00 | Pause
11:00 – 12:00 | Die VMF als Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen und wertorientierter Unternehmenssteuerung – Ulrike Ebner (Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group) und Werner Eglseer (Generali Versicherung AG)
Regulatorische Verantwortung der Versicherungsmathematischen Funktion: Was gefordert ist
Inhaltliche Schwerpunkte:
- Operativ: Solvency II damals und heute (Prozesse, Governancne,….)
- Umsetzung der VMF-Aufgaben in der Praxis (Standardformel und interne Modelle)
- Nutzung versicherungsmathematischer Modelle über Compliance hinaus
- Mehrwert der VMF für Unternehmenssteuerung, Risikomanagement und Entscheidungsprozesse
- Schnittstellen zu Vorstand, Risikomanagement und weiteren Governance-Funktionen
12:00 – 13:00 | Mittagspause
13:00 – 14:00 | Die VMF als Brücke zwischen regulatorischen Anforderungen und wertorientierter Unternehmenssteuerung – Ulrike Ebner (Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group) und Werner Eglseer (Generali Versicherung AG)
Strategischer Nutzen der Versicherungsmathematischen Funktion: Was möglich ist
- IFRS17
- Prognose- und Planungsrechnungen
- ALM, Risikoanalysen, Szenarioanalysen
- Profitabilitätsanalysen
14:00 – 15:00 | Aus der Aufsichtsperspektive – Andreas Hell (FMA)
Die VMF im Wandel: Aufsichtliche Erwartungen damals, heute und morgen
Leitfragen
- Welche Anforderungen wurden ursprünglich an die VMF gestellt?
- Wie haben sich Rolle und Erwartungen verändert?
- Integration der Governance-Funktionen und zunehmende Komplexität
- Entwicklung der Sichtweise der FMA auf Modelle und Governance
15:00 – 15:30 | Pause
15:30 – 17:00 | Strategische Rolle der Versicherungsmathematischen Funktion: Aufgaben, Governance und Einbindung in die Unternehmenssteuerung
Format: Moderierte Fachdiskussion mit Impulsstatements aus Praxis
Moderation: Werner Matula (Head of Group Actuarial, Planning & Controlling Vienna Insurance Group)
Teilnehmer:innen:
- Liane Hirner (CFRO Vienna Insurance Group)
- Kurt Svoboda (CFRO Uniqa Insurance Group AG)
- Robert Wasner (Mitglied des Vorstands Oberösterreichische Versicherung
Die Versicherungsmathematische Funktion (VMF) nimmt im Rahmen von Solvency II eine zentrale Rolle in der Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen, der Qualitätssicherung sowie der Risikobeurteilung ein. Über die formalen Mindestanforderungen hinaus gewinnt die strategische Einbindung der VMF in Entscheidungs- und Steuerungsprozesse zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen dieser moderierten Podiumsdiskussion werden Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Governance-Aspekte der VMF beleuchtet und deren Rolle als strategischer Partner von Management und Risikomanagement diskutiert.
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CDP-Punkte: 6
Über die Vortragenden:
Rainer Kaufmann ist Senior Manager bei KPMG und verfügt über langjährige Erfahrung in der Prüfung und Beratung von Versicherungsunternehmen mit Schwerpunkt auf Solvency II, Governance und aktuariellen Fragestellungen. In seiner Tätigkeit begleitet er Versicherer an der Schnittstelle von Regulierung, Unternehmenssteuerung und Risikomanagement.
Ulrike Ebner ist Vizepräsidentin der Aktuarvereinigung Österreich (AVÖ) und verantwortet die Versicherungsmathematische Funktion für Lebens- und Krankenversicherung der Wiener Städtischen Versicherung. Sie verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der aktuariellen Modellierung und im Risikomanagement. In ihrer beruflichen Tätigkeit liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der strategischen Einbindung aktuarieller Modelle und Methoden in die Unternehmenssteuerung.
Andreas Hell hat das Studium der Handelswissenschaften an der WU Wien 1998 abgeschlossen.
Nach Positionen bei der Generaliversicherung (Beteiligungscontrolling), Sparkassenversicherung (Leiter des Risikomanagements), der VIG (Stellvertretender Leiter Group Risk Management), kam ich 2011 in die FMA und leite aktuell (seit 2016) die Prüfabteilung für Versicherungen, Pensionskassen und betriebliche Vorsorgekassen.
Gregor Pilgram ist Vorsitzender des Versicherungsverbandes Österreich (VVO) und Vorstandsvorsitzender bei der Generali Versicherung. Er verfügt über umfassende Erfahrung in der strategischen Führung von Versicherungsunternehmen und in der Auseinandersetzung mit regulatorischen, wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen der Versicherungsbranche. In seinem Beitrag bringt er die Perspektive der Unternehmensleitung ein und beleuchtet die Rolle der Versicherungsmathematischen Funktion im Kontext von Governance, Unternehmenssteuerung und zukünftiger Branchenentwicklungen.
Werner Matula trat nach seinem Studium der Versicherungs- und Finanzmathematik sowie einer dreijährigen wissenschaftlichen Tätigkeit an der Technischen Universität Wien im Jahr 2005 als Aktuar in die Vienna Insurance Group ein. Im Jahr 2007 wurde er zu einer rumänischen Tochtergesellschaft des Konzerns entsandt, wo er für die aktuariellen Belange im Bereich der Lebensversicherung verantwortlich war. Er ist voll qualifiziertes Mitglied der Aktuarvereinigung Österreichs (AVÖ) und Geschäftsführer der arithmetica Versicherungs- und finanzmathematische Beratungs-GmbH in Wien. Seit 2010 ist Werner Chefaktuar der Vienna Insurance Group. In dieser Funktion verantwortet er das Embedded-Value-Reporting, das aktuarielle Controlling, das Performance-Management, die Einführung von IFRS 17, Mergers & Acquisitions sowie das aktuarielle Netzwerk der Gruppe. Darüber hinaus nimmt er die versicherungsmathematische Funktion wahr. Im Jahr 2024 übernimmt er zusätzlich die Agenden des Controllings und ist damit insbesondere für den Planungsprozess des Konzerns verantwortlich.
Werner Eglseer leitet seit 2021 die Versicherungsmathematische Funktion der Generali Versicherung AG für alle Sparten. Davor war er in mehreren Funktionen (Versicherungsmathematik, Risikomanagement, Versicherungsmathematische Funktion) in der Drei-Banken Versicherung und der Generali Versicherung tätig und verfügt über 20-jährige Berufserfahrung in der Versicherungsbranche, insbesondere war er in beiden Unternehmen intensiv in der (Weiter-)Entwicklung von Modellen für Solvency 2 eingebunden. Er verfügt über ein abgeschlossenes Studium der Technischen Mathematik an der JKU Linz und ist anerkannter AVÖ-Aktuar.
Robert Wasner studierte technische Mathematik an der Johannes Kepler Universität Linz.
Seinen Einstieg in die Versicherungswirtschaft hatte er bei Nordstern Colonia als Versicherungsmathematiker, gefolgt von internationaler Erfahrung bei der Münchener Rück als Motor Consultant.
Anschließend übernahm er über viele Jahre umfassende Management- und Vorstandsverantwortung bei der UNIQA Insurance Group – beginnend mit der Leitung des Konzernaktuariats bis hin zu Vorstandsmandaten bei UNIQA Österreich, UNIQA Tschechien & Slowakei sowie UNIQA Liechtenstein.
Danach war er bei der Vienna Insurance Group als Head of Retail Insurance & Business Support tätig.
Heute ist er Vorstandsdirektor der Oberösterreichischen Versicherung AG und verantwortet die Bereiche Schaden, Risikomanagement, Aktuariat und Betriebsorganisation.